Was ist das Robert Koch Institut?

In Zeiten von Corona ist das Robert Koch Institut in aller Munde. Täglich gibt das RKI z. B. die Anzahl der Neuinfektionen bekannt. Bei dem Robert Koch Institut handelt es sich um eine selbstständige deutsche Bundesoberbehörde für Infektionskrankheiten sowie nicht ansteckende Krankheiten. Als Einrichtung der öffentlichen Gesundheitspflege überblickt es die Gesundheit der Gesamtbevölkerung. Weiterhin ist das RKI eine zentrale Forschungseinrichtung der Bundesrepublik Deutschland. Krankheiten von weitem Verbreitungsgrad, hoher Gefährlichkeit sowie großem öffentlichem Interesse werden analysiert, bewertet und erforscht. In diesem Zusammenhang wären die Erforschung und Bewertung von Influenza, HIV/AIDS, Krebs und Allergien zu nennen. Das RKI übernimmt darüber hinaus die Funktion eines Frühwarnsystems hinsichtlich ansteigender Ausbreitung von Infektionskrankheiten. Der Auftrag des RKI endet nicht bei der Beobachtung und Analyse. Auch das Ableiten und wissenschaftliche Begründen der erforderlichen Maßnahmen zur Krankheitseindämmung zählen dazu. Die Entwicklung erforderlicher Diagnostik sowie epidemiologischer und experimenteller Methoden sind ebenfalls Aufgabe des Robert Koch Instituts. Das Robert Koch-Institut vereint mehrere wissenschaftliche Kommissionen. Dazu gehört u. a. die Ständige Impfkommission, welche Impfempfehlungen erarbeitet. Außerdem trägt es die Verantwortung für die inhaltliche Bearbeitung und Koordination der Gesundheitsberichterstattung des Bundes sowie für die Genehmigung von Import und Verwendung humaner embryonaler Stammzellen.

Wann wurde das Robert Koch Institut gegründet?

Seit dem Jahre 1887 wurde ein eigenes Institut zur Erforschung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten in Preußen erwogen. Beim zehnten Internationalen Medizinischen Kongress 1890 in Berlin wurden die Pläne konkretisiert. Die Gründung des „Königlich Preußischen Instituts für Infektionskrankheiten“ erfolgte am 1. Juli 1891. Das Institut verfügte über eine klinische sowie mehrere wissenschaftlich-experimentelle Abteilungen. Bis 1904 oblag die Leitung Robert Koch. Seine ersten Mitarbeiter Friedrich Loeffler und Georg Gaffky wurden seine Nachfolger.

Im Jahre 1897 wurde Grundsteinlegung für den Neubau am Nordufer vorgenommen, welcher im Sommer 1900 bezogen werden konnte. Zur selben Zeit entstand das Rudolf-Virchow-Krankenhaus in unmittelbarer Nähe. Robert Koch regte an, auch dort eine Infektionsabteilung unter der Leitung einer seiner Mitarbeiter einzurichten. Auf diese Weise sollte der Grundsatz der Trennung zwischen „wissenschaftlichen Abteilungen“ und „Krankenabteilung“ gewahrt werden. Im Laufe der Jahre ergaben sich weitere Kooperationen. Im Jahre 1912, 30 Jahre nach der Entdeckung des Tuberkel-Bazillus, erhielt das Institut den Namenszusatz „Robert Koch“. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Zusatz „Königlich“ aus dem Namen entfernt. Fortan war das Institut unter dem Namen „Preußisches Institut für Infektionskrankheiten Robert Koch“ bekannt. Das Institut übernahm wichtige Aufgaben im Gesundheitsbereich für Städte und Reichsbehörden. Auch internationale Anfragen wurden bearbeitet. Der Bau von 1897 dient bis heute als Hauptsitz des Robert Koch-Instituts.