Flugeinschränkungen wegen der Situation in der Ukraine: Die neuesten Entwicklungen


Der sich zuspitzende Konflikt in der Ukraine hat unmittelbare Folgen für internationale Reisen. Nachdem die USA vor einem bevorstehenden Krieg warnten, treffen erste Fluggesellschaften Vorkehrungen und stellen Flüge in die Ukraine ein. Vor dem Hintergrund des Absturzes der MH17 im Jahr 2014 meiden einige nun gar den Luftraum über dem gesamten Land. Da sich die Nachrichten um einen bewaffneten Konflikt derzeit überschlagen, müssen sich Reisende auf kurzfristige Umbuchungen und Flugausfälle einstellen.

Erste Flugeinschränkungen beschlossen

Einige Fluggesellschaften wie die niederländische Airline KLM haben nach einer „umfassenden Analyse der Sicherheitslage“ am vergangenen Wochenende angekündigt, ihre Flüge in die Ukraine bis auf Weiteres einzustellen. Die Airline Norwegian hat beschlossen, den Luftraum über der Ukraine zu meiden. So sagte deren Sprecher Esben Tuman dem norwegischen Sender TV2, dass die verschärfte Sicherheitslage zu Flugänderungen geführt habe. Zwar werde die Ukraine nicht direkt angeflogen, doch auf einigen Routen werde ein Umweg genommen, um das Risiko nicht einzugehen, in diesen turbulenten Tagen das Land zu überfliegen.

Die Änderungen des Flugplanes hängen unter anderem auch damit zusammen, dass Versicherer das Risiko für Ukraine-Flüge nicht mehr tragen und ihren Versicherungsschutz einstellen. Dies führt dazu, dass etwa die ukrainische Fluggesellschaft Ukraine International Airlines (UIA) seine Flugzeuge bereits außer Landes bringen muss.

Erinnerungen an den Absturz der MH17

Die jüngsten Entwicklungen erinnern an das Unglück im Jahr 2014, als ein Passagierflieger der Fluggesellschaft Malaysia Airlines auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur mit 298 Menschen an Bord von einem Raketenwerfer abgeschossen wurde und weltweites Entsetzen auslöste. Da die Ursachen nie zweifelsfrei aufgelöst wurden, ist der Luftraum im Osten der Ukraine seither von der ukrainischen Regierung gesperrt. Vor diesem Hintergrund reagieren Airlines nun besonders schnell auf die Nachrichten um einen möglichen Kriegsbeginn.

Der Luftraum soll gesichert werden

Die ukrainische Regierung rät, bis zum Samstag dieser Woche Flüge über das Schwarze Meer zu meiden. Dies ist mit einem unmittelbar drohenden russischen Marinemanöver begründet, das bereits vor einigen Wochen angekündigt wurde. Davon abgesehen will die Regierung den Flugverkehr über der Ukraine dennoch offenhalten. Für die Sicherung des Luftraumes wurden in einer Sondersitzung eigens umgerechnet 520 Millionen Euro bereitgestellt. Damit möchte die Regierung in Kiew Luftfahrtgarantien übernehmen, nachdem die Versicherer einiger Airlines dieses Risiko nicht mehr tragen.

Worauf sich Reisende nun einstellen sollten

Es ist nun mit kurzfristigen Flugänderungen zu rechnen. So wurde etwa ein Flug der Airline SkyUp in Richtung Ukraine noch nach seinem Abflug in die Republik Moldau umgeleitet, da das Leasingunternehmen des Flugzeuges in Anbetracht des drohenden Krieges den Einflug in den ukrainischen Luftraum verboten hatte. Die Passagiere mussten von dort aus mit Bussen weiterreisen. Czech Airlines hingegen hat aufgrund der steigenden Nachfrage sogar neue Flüge von Kiew nach Prag aufgenommen.

Die Lufthansa hält unterdessen ihren Flugverkehr in und über die Ukraine nach Rücksprache mit den Behörden aufrecht. Bislang verfüge sie noch über entsprechende Versicherungen. Dennoch werde die Lage beobachtet, um die Sicherheit der Passagiere jederzeit gewährleisten zu können, erklärte ein Sprecher der Fluggesellschaft.

Das Auswärtige Amt hat am Samstag eine Reisewarnung für die Ukraine ausgesprochen. Über aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise können Sie sich hier informieren.


Autor: UrlaubsWeg Veröffentlicht: 2022-02-17 06:28:01