Ist Deutschland ein Corona-Risikogebiet?

Im Sommer schien sich die Corona-Situation ein wenig zu entspannen. Die Infektionszahlen waren mancherorts überaus gering. Die Ruhe war jedoch trügerisch. Mit Beginn der kalten Jahreszeit sind die Infektionszahlen in Deutschland dramatisch in die Höhe geschnellt. Woche für Woche werden neue Höchstmarken erreicht. Entsprechend steigt auch die Zahl der sogenannten „Hotspots“ im Inland täglich an. Ob eine Region als Risikogebiet eingestuft wird, hängt u. a. mit der 7-Tages-Inzidenz zusammen. Die Bundesregierung hat diesbezüglich eine klare Grenze festgesetzt: Werden innerhalb einer Woche mehr als 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner festgestellt, gilt die jeweilige Region als Risikogebiet. Letzteres trifft mittlerweile auf fast alle Bundesländer zu.

Was geschieht, wenn die 7-Tages-Inzidenz über 50 liegt?

Bei Überschreitung des Wertes werden die Schutzmaßnahmen angepasst. Dabei kann es sich um verschärfte Kontaktbeschränkungen sowie eine Ausweitung der Maskenpflicht handeln. Seit dem 02.11.2020 gilt in ganz Deutschland ein sogenannter Teil-Lockdown. Dieser soll dazu dienen, die rasant steigenden Infektionszahlen auszubremsen.

Zahlen und Fakten im Zusammenhang mit dem Coronavirus

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus beläuft sich am Mittwoch, den 04.11.2020, laut RKI auf 16.498 Fälle bundesweit. 357 Regionen gelten momentan als Corona-Hotspots. In 27 Regionen übersteigt die 7-Tages-Inzidenz sogar die 200er-Marke. In der vorherigen Woche war dies in 16 Regionen der Fall. Nun zählen auch Hamburg, Bremen, Berlin, Rheinland-Pfalz, das Saarland, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Hessen sowie ganz Bayern als Risikogebiet. Lediglich 52 Regionen in ganz Deutschland gelten noch nicht als solches. Aufgrund dieser Zahlen ist Deutschland in der Coronakrise insgesamt als Risikogebiet zu bezeichnen. Der Süden ist dabei stärker betroffen als die nördlichen Bundesländer. Ein Großteil unserer Nachbarländer (z. B. die Niederlande und Dänemark) haben Deutschland inzwischen zum Risikogebiet erklärt.

Insgesamt haben sich laut Angabe des Robert Koch Instituts seit Beginn der Pandemie landesweit 560.379 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus beläuft sich auf insgesamt 10.812 Menschen. Schätzungen zufolge sind rund 371.500 Menschen inzwischen wieder genesen.

Was bedeuten die hohen Infektionszahlen für Reisen innerhalb Deutschlands?

Die Tatsache, dass es sich bei den meisten Regionen Deutschlands mittlerweile um ausgewiesene Risikogebiete handelt, erschwert das Reisen im Inland. Grundsätzlich wird dazu aufgefordert, auf nicht notwendige Reisen (Tagesausflüge, Verwandtenbesuche) zu verzichten. Urlaub innerhalb Deutschlands ist derweil verboten. Hotels und Pensionen ist es bis auf Weiteres untersagt, Touristen zu beherbergen. Wann sich dieser Zustand wieder ändert, ist von der Entwicklung des Infektionsgeschehens abhängig. Zeigen die ergriffenen Maßnahmen Wirkung, wird das Reisen innerhalb Deutschlands wieder möglich werden.